Über mich

„Künstlerinnen greifen heute bewusst auf tief traditionell verankerte Techniken zurück und entwickeln sie zu neuen Kunstformen.“

Seit sie denken kann, hat Marianne Radman sich mit dem Thema Stoff in unterschiedlichster Form auseinandergesetzt. So zeigen ihre detailfreudigen Stoffkunstwerke ihre tiefe Verbundenheit auch zu ihrem Beruf.

Die Damenschneiderin und spätere Lehrerin für textiles Gestalten interessierte sich schon immer auch experimentell für die Form- und Farbästhetik dieses Materials. Ihre künstlerischen Arbeiten, in denen sie ausgehend von ihrem Lieblingsmaterial, dem Stoff, immer wieder neue Ausdrucksmöglichkeiten entdeckt, zeigen ein sehr feines Gespür für Farbe und Form, lassen sich jedoch nicht auf ein einziges Material oder einen bestimmten Formen- oder Farbenkanon festlegen.

Marianne Radman arbeitet seit vielen Jahren mit Techniken, die die Künstlerin durch den Handarbeitsunterricht anderen voraus hat: Aus Stoff- und ungewöhnlichen Materialien, Perlen und Stickgarn kreiert sie Installationen, die flache, zweidimensionale Textilreste durch Stoffeinfügungen und Aussparungen in teils plastisch erhabene Objekte verwandeln. Landschaften nicht unähnlich, wird Stoff zum Relief.
Immer wieder begibt sie sich auf Entdeckungsreise zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten, lernt Stoffe selbst mit Pflanzenextrakten zu färben und entwickelt so neue Bildformen, in denen auch die farbgebende Natur mal in Seide gehüllt, mal selbst aufgestickt zum Bildthema wird. Neuere Arbeiten zeigen auch Mischtechniken, wie den „Bildtransfer“ und Siebdruck als bereichernde und rhythmisierende Bildelemente. Sie hinterlassen wertvolle Farbabdrücke, denen sie künstlerisch nachspürt, indem sie sie in detailfreudigen und aufwändigen Bestickungen und Materialbeifügungen zu neuem Bildinhalt verdichtet.
Die zum Teil dreidimensionalen Bilder können sich im Schaffensprozess auch zu kostbaren Hüllen, Breverl, entwickeln, in denen Wünsche, Gedanken und verschiedene persönliche Momente mit eingenäht sind.